ORF-Bericht zur Sicherheitskampagne der Raaberbahn an Bahnübergängen

Signaltafeln Bahnschranken Bedeutung

Unfälle an Bahnübergängen passieren oft auch deshalb, weil die Signale falsch interpretiert werden. Bei diesen gibt es länderspezifische Unterschiede, so auch in Ungarn. Eine grenzüberschreitende Aktion der Raaberbahn soll Unfälle nun verhindern.

Die am Dienstag, den 15.6.2021 nach dem Grenzübergang Sopron/Klingenbach auf ungarischer Seite enthüllten Plakatwände sollen auf die unterschiedlichen Bedeutungen der Lichtzeichen an Eisenbahnkreuzungen in Ungarn und Österreich hinweisen. 

Die Plakate sind auf Deutsch beschriftet, mit funktionierenden Lichtsignalen ausgestattet und erklären genau die Signale an ungarischen Bahnübergängen, so Hana Dellemann, Vorstandsdirektorin Raaberbahn: „Freie Fahrt – in Österreich leuchtet kein Signal, in Ungarn blinkt weißes Licht. Wenn sich ein Zug der Eisenbahnkreuzung nähert, blinkt in Ungarn das rote Licht, in Österreich ist ein permanentes Rot. Der größte Unterschied: Wenn in Ungarn kein Licht leuchtet, bedeutet das, dass die Anlage ausgefallen ist – unbedingt stehenbleiben. In Österreich bedeutet kein Licht freie Fahrt.“

Wenn in Österreich kein Lichtsignal aufscheint, darf man die Gleise überqueren – in Ungarn nicht, dort ist die Anlage in diesem Fall nicht funktionstüchtig. Einen ungarischen Bahnübergang darf man nur dann überqueren, wenn zwei weiße Signale blinken. Oft kommt es zu Missverständnissen, die durch die Plakataktion ausgeräumt werden können, so Szilárd Kövesdi, Generaldirektor GySEV-Raaberbahn: „Wir arbeiten intensiv daran, die Bahnübergänge sicherer zu machen, vor allem an kritischen Punkten. Die Aktion ist eine der wichtigsten Lösungen.“

Eisenbahnkreuzungen sind Unfall-Hotspots: Im Zeitraum von fünf Jahren sind zehn Österreicher beziehungsweise Österreicherinnen an grenznahen ungarischen Bahnübergängen ums Leben gekommen – die Gründe waren nicht nur Unaufmerksamkeit, sondern oft auch die falsche Deutung der Lichtzeichen, so Christine Zopf-Renner, Leiterin der Mobilitätszentrale Burgenland: „Eisenbahnkreuzungen sind immer besondere Gefahrenbereiche. Es ist immer wichtig, dass man sehr hohe Aufmerksamkeit hat. Es passieren viele Unfälle, manchmal auch mit schrecklichem Ausgang.“

Die Plakataktion zu den Lichtzeichensignalen wurde im Rahmen des Interreg Projektes SMART Pannonia Ö U verwirklicht und soll auf andere grenznahe Bahnübergänge ausgeweitet werden.