Geschichte

Kaiser Franz Josef als König von Ungarn vergab am 15. Oktober 1872 an Baron Viktor Erlanger die Konzession für den Bau und den Betrieb einer Eisenbahnlinie von Győr über Csorna, Sopron bis nach Neufeld an der Leitha, der damaligen Landesgrenze.

Im Oktober 1879 wurde die 30,45 km lange Strecke Ödenburg – Neufeld an der Leitha eröffnet.

Am 1. Julia 1891 erfolgte die Übernahme der Teilstrecke Neufeld an der Leitha – Leithabrücke Mitte in das Eigentum der Raaberbahn AG.

Am 4. Juni 1920 wurde der Friedensvertrag von Trianon unterzeichnet. Neue Staatsgrenzen entstanden und das ehemalige Westungarn wurde dem österreichischen Staat übergeben. Seither befindet sich die Raaberbahn auf zwei Staatsgebieten.

Während des 2. Weltkrieges wurde die Bahnanlage teilweise zerstört. Die Wiederaufnahme des Güterverkehrs erfolgte am 11. Dezember 1945. Die Wiederaufnahme des Personenverkehrs erfolgte am 4. März 1946.

Der in den folgenden Jahren einen Aufschwung nehmende Verkehr erforderte einen vollständigen Neubau der Gleise. Schienen der Type „Xa“ wurden eingebaut, um den Achsdruck der Strecke auf 18 Tonnen zu erhöhen. In den Jahren zwischen 1975 und 1981 erfolgte eine völlige Durcharbeitung der Strecke mit teilweiser Neutrassierung. Der Achsdruck auf der Strecke wurde auf 22,5 Tonnen weiter erhöht – durch den Einbau von Betonschwellen und Schienen der Type „MÁV 48“. Die 1980er-Jahre brachten weitere Neuerungen mit sich, um den Verkehr schnell und rentabel abwickeln sowie die Betriebssicherheit steigern zu können. So eine für die damalige Zeit bedeutende Investition in die österreichische Infrastruktur der Gesellschaft war die Inbetriebnahme des ersten Gleisbildstellwerkes (VGS 80) im Jahre 1987 am Bahnhof Wulkaprodersdorf.

Ab 1972 wurden die ersten Diesellokomotiven eingesetzt und 1979 vollständig von Dampf- auf Dieselbetrieb umgestellt. Die Elektrifizierung des ungarischen Streckenabschnittes zwischen Győr und Sopron wurde im Jahre 1985 begonnen. Am 31. Mai 1987 wurde der elektrische Betrieb in Ungarn und am 27. Mai 1988 auf dem Streckenabschnitt zwischen Sopron und Ebenfurth aufgenommen.

Am 1. September 1988 erfolgte der Beitritt zum Verkehrsverbund Ost-Region (VOR).
Mit 1. Februar 1992 wurde ein Taktverkehr mit Stundentakt eingeführt.
Ab 1. Juni 1997 verkehrten die ersten Wendezüge der ÖBB auf der Strecke Wien – Ebenfurth – Sopron.
Zwischen April und August 2006 wurde der Einsatz von Elektrotriebwagen der ÖBB-Reihe 4124 „Talent“ vorbereitet und beim folgenden Fahrplanwechsel in Verkehr gesetzt.

Die Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn AG gilt laut Kundmachung des österreichischen Staates im Jahre 1923 als eine österreichische Privatbahn.